Tolles Saisonfinale für Weinheim

Mit einem Remis endete am Sonntag die Partie zwischen dem TC Weinheim 1902 und dem HTC BW Krefeld.

So kurz vor Beginn der US Open konnten beide Teams nicht mehr auf ihre Spitzenspieler zurückgreifen, bei den Krefeldern musste kurzfristig sogar ein Youngster aus der dritten Reihe ran. Glücklicherweise ging es am abschließenden Spieltag nicht mehr um den Abstieg, sondern nur noch um die Endplatzierung in der Tabelle.

Durch das Unentschieden wurde Bundesliga-Neuling Weinheim in seiner ersten Saison sensationeller Tabellen-Sechster. Damit hätte vor der Runde keiner der Verantwortlichen gerechnet. Allen war klar, dass das sportliche Ziel nur der Nichtabstieg sein könnte, zumal das Team von der nordbadischen Bergstraße mit dem kleinsten Budget der Liga ins Rennen ging. Umso stolzer ist man, dass man die Klasse nicht nur halten konnte, sondern sich sogar im Mittelfeld wiederfand.

Für die beiden Einzel- Punkte auf Weinheimer Seite sorgten am Sonntag wieder einmal ein bärenstark aufspielender Frank Wintermantel und Miloslav Mecir jr. Wintermantel machte sich an seinem 29. Geburtstag selbst das schönste Geschenk, in dem er an Position 1 spielend den Argentinier Federico Coria 6:1, 6:4 besiegte, die Nummer 227 der Welt und kleiner Bruder des ehemaligen Weltranglisten-Dritten Guillermo Coria. Lediglich einmal musste man bei „Frankys“ Auftritt die Luft anhalten, als beim Stande von 4:3 im zweiten Satz eine alte Verletzung im Oberschenkel wieder aufbrach und er eine Verletzungspause in Anspruch nehmen musste. Glücklicherweise bekam Meike Horchler, die Physiotherapeutin des Teams, die Blessur schnell in den Griff und der Kapitän der Weinheimer konnte sein Match erfolgreich beenden.

Leichtes Spiel hatte dagegen Miloslav Mecir jr. Auf Position 4. In nur 35 Minuten schlug er Tobias Prehn. Der hatte auf dem Weg aus dem Urlaub davon erfahren, dass er als vierter Mann einspringen musste. Für den 20jährigen mit der Leistungsklasse 11 eine ziemliche Überraschung, mit der er nie gerechnet hatte. Natürlich, so erzählte er nach dem Match, sei er realistisch an die Aufgabe herangegangen, habe gewusst, dass nicht viel zu holen sei für ihn. Doch der sympathische Youngster zog sich gut aus der Affäre, hatte sichtlich Spaß und bejubelte seinen Spielgewinn im zweiten Satz augenzwinkernd. „Mecir war sehr fair und hat das alles prima gemacht“, freute er sich nach seinem ersten Bundesligaeinsatz.

Jonas Lütjen fand am Sonntag nicht zu seiner guten Form, die er noch in Köln unter Beweis stellen konnte. Er verlor, leicht angeschlagen, gegen den Spanier Pedro Martinez-Portero. Mehr drin gewesen wäre bei Moritz Baumanns Spiel gegen den Italiener Davide Galoppini. Doch im entscheidenden Matchtiebreak macht der Weinheimer zu viele leichte Fehler, sodass es mit 2:2 in die Doppel ging.

Daniel Müller/Mecir waren es dann, die im Schnelldurchgang ihr Doppel gewinnen konnten und das Unentschieden sicherten. Lütjen/Baumann mussten in den Matchtiebreak, den sie mit 6:10 verloren. Lange geärgert wurde sich jedoch nicht auf Weinheimer Seite. Man blickt stolz zurück auf die erste Saison in der ersten Tennis Bundesliga. „Das war heute ein toller Abschluss“, freute sich Teammanager Jürgen Kadel. „Unser Saisonziel waren 4 Punkte und der vorletzte Platz. Nun sind es beinahe doppelt so viele Punkte geworden! Eine klasse Leistung des Teams.“

Kapitän Frank Wintermantel ergänzte: „Wenn man bedenkt, dass wir – anders als geplant – ein paar Mal auf Yannick Hanfmann verzichten mussten, ist dieser Erfolg, am Ende auf dem 6. Platz zu landen, noch viel höher einzuschätzen. Mit ihm hätte es wahrscheinlich sogar noch ein Stückchen weiter nach oben gehen können.“ Die Weinheimer freuen sich auf das kommende Jahr, wenn es auch an der Bergstraße wieder heißen wird: „Weltklasse im Club mit der ersten Tennis Point Bundesliga!“ [awa]

 

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